Beitrag von Rüdiger Christ
Der Ortsteilrat von Urnshausen hat sich am Donnerstagabend einstimmig gegen die Errichtung von Windkraftanlagen auf gemeindeeigenen Flächen ausgesprochen. Zum Abschluss der Ortsteilratssitzung fassten die Ratsmitglieder den Beschluss:
„Der Ortsteilrat von Urnshausen beschließt, auf gemeindeeigenen Flächen keine Windkraftanlagen zu errichten".
Der Beschluss wurde von den rund 50 anwesenden Bürgerinnen und Bürgern mit Beifall aufgenommen. Urnshausen ist ein Ortsteil der Gemeinde Dermbach mit rund 640 Einwohnern.
Zu Beginn der Sitzung begrüßte Ortsteilbürgermeister Burkhard Seifert (CDU) die Mitglieder des Ortsteilrates, die zahlreichen interessierten Bürgerinnen und Bürger sowie den Bürgermeister der Gemeinde Dermbach, Thomas Hugk (CDU). Ebenfalls anwesend war Martin Lachor vom Amt für Kreisplanung und Regionalentwicklung des Wartburgkreises.
Die ersten drei Tagesordnungspunkte wurden zügig abgearbeitet. Ein besonderer Moment war dabei die Verpflichtung von Dominik Bohl als Nachrücker im Ortsteilrat. Die Vereidigung durch Ortsteilbürgermeister Burkhard Seifert wurde von den Anwesenden mit großem Beifall begleitet.
Den Schwerpunkt des Abends bildete anschließend der Tagesordnungspunkt zum Windvorranggebiet W 14. Martin Lachor informierte umfassend über den aktuellen Stand des beschlossenen Windvorranggebietes und griff dabei die Inhalte der Informationsveranstaltung vom 14. Juni in Dermbach auf, über die der Rhönkanal bereits berichtet hatte.
Schon während des Vortrages wurden zahlreiche kritische Fragen aus dem Publikum gestellt. Ortsteilratsmitglied Bernd Hollenbach sprach sich für einen Bürgerentscheid über den Ausbau der Windenergie auf Flächen der Gemeinde Dermbach innerhalb des Windvorranggebietes W 14 aus. Dieser Vorschlag fand bei vielen Anwesenden Zustimmung.
Ortsteilbürgermeister Burkhard Seifert erinnerte daran, dass der Gemeinderat Dermbach bereits im Jahr 2023 mit großer Mehrheit eine Resolution gegen Windkraft im Wald verabschiedet habe.
In der anschließenden Diskussion äußerten sich viele Bürgerinnen und Bürger überwiegend kritisch bis ablehnend gegenüber den geplanten Windenergieanlagen. Thematisiert wurden unter anderem mögliche Auswirkungen auf Natur und Landschaft, gesundheitliche Bedenken sowie finanzielle Risiken, insbesondere im Zusammenhang mit einem späteren Rückbau der Anlagen.
Auch die Frage einer Bürgerin, warum das sogenannte „Wind-an-Land-Gesetz“ trotz einer aus ihrer Sicht bestehenden parlamentarischen Mehrheit nicht aufgehoben worden sei, wurde von vielen Anwesenden mit Beifall aufgenommen.

Sowohl Ortsteilbürgermeister Burkhard Seifert als auch Bürgermeister Thomas Hugk stellten sich den zahlreichen Fragen und der teilweise emotional geführten Diskussion. Beide betonten, dass sie Windkraftanlagen auf gemeindeeigenen Flächen ablehnen und den Bürgerinnen und Bürgern der Gemeinde Dermbach die damit verbundenen Belastungen nicht zumuten möchten.
Zum Abschluss der Sitzung stellte Ortsteilratsmitglied Bernd Hollenbach den Antrag auf eine namentliche Abstimmung. Der Ortsteilrat votierte daraufhin einstimmig gegen die Errichtung von Windkraftanlagen auf gemeindeeigenen Flächen.
Trotz der teils kontroversen Debatte endete die Sitzung mit einem klaren Votum des Ortsteilrates. Der gefasste Beschluss besitzt nach der Thüringer Kommunalordnung allerdings lediglich empfehlenden Charakter und ist für den Gemeinderat der Gemeinde Dermbach rechtlich nicht bindend.








